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Lagebericht zum Dauerregen und Hochwasser in Erwitte an Heiligabend

Situation hat sich in der zweiten Nachthälfte und am Morgen des Heiligabend leicht entspannt. Weiterer Regen erwartet. Stadt und Feuerwehr warnen vor Gefahren an Gewässern

Nachdem in der Nacht vom 23.12. auf den 24.12.2023 sich die Situation insbesondere im Ortsteil Bad Westernkotten mit Blick auf die Bäche Pöppelsche, Gieseler und ihre innerörtlichen Zuflüsse drohte zuzuspitzen, entspannte sich die Pegelsituation an in diesen Bereichen im Laufe des Sonntagvormittag an Heiligabend.

„Die Bäche und Flüsse führen noch immer starkes Hochwasser und haben enorme Strömungsgeschwindigkeiten, die Pegel der Gieseler und des Osterbachs sind aber um rund 10 cm in den letzten 10 Stunden gefallen“, berichtet Stephan Köchling als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Erwitte. Es wird aber für den Nachmittag erneuter Regen gemeldet. Daher bleibt die seit der Nacht bestehende Warnung der Bevölkerung bestehen. Man bleibt auch weiter im Kontakt mit der Unteren Wasserbehörde und der Stadt Lippstadt in Bezug auf die Entwicklung der Gieseler.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Stirpe und Völlinghausen füllten und palettierten insgesamt über 2.300 Sandsäcke. Die engmaschige Beobachtung von allen kritischen Stellen im gesamten Stadtgebiet wurde ab 7 Uhr am Heiligabend durch Feuerwehr und Mitarbeiter der Verwaltung fortgesetzt.
Das sich daraus ergebene Lagebild wurde eingehend zwischen der Feuerwehr und der Verwaltung sowie der Unteren Wasserbehörde besprochen. Auch Bürgermeister Hendrik Henneböhl machte sich über den gesamten Morgen ein Bild von der Lage im Stadtgebiet: „Mein Dank gilt den ehrenamtlichen Kräften unserer Freiwilligen Feuerwehr und auch den Kollegen der Stadtverwaltung Erwitte, die sich für die Bürgerinnen und Bürger auch an Heiligabend im Einsatz befinden!“
Neben der laufenden Beobachtung erfolgten weitere Maßnahmen, wie die Sperrung von Wegeverbindungen (z.B. K48 zwischen Erwitte und Weckinghausen), die Vornahme von Gehölz- und Treibgutentfernung (z.B. im Bereich Völlinghausen oder auch an Einzelgehöftlagen im Grenzgebiet zu Lippstadt).

Außerdem waren Kräfte der Feuerwehr im Ortsteil Bad Westernkotten im Einsatz, um einen vollgelaufenen Keller leer zu pumpen. Die Löschgruppen Stirpe und Völlinghausen unterstützen zusätzlich in Lippstadt.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen in Stirpe und Horn wirken gut. In beiden Bereichen werden in die vorgesehenen Räume eingestaut und damit Wohngebiete geschützt. Im Ortsteil Stirpe hat die Feuerwehr im Laufe des 23.12.2023 die entsprechenden Dammbalken nach Rücksprache mit den zuständigen Kollegen der Stadt Erwitte gesetzt und damit der Einstauung vor den Dammlagen begonnen.

Eine dringende Empfehlung ergeht seitens des Leiters des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Erwitte, Sven Hoppe: „Wir stellen aktuell viele Fußgänger und Schaulustige an den teils starkströmenden Gewässern fest. Am Morgen kursierte sogar die Meldung, dass einige Personen im Bereich der Gieseler „Eisbaden“ wollen. Meiden Sie die Gewässer und insbesondere auch die rutschigen Uferbereiche. Ein Sturz in die teils reißenden Gewässer, die auch noch Treibgut führen und eine niedrige Temperatur haben, ist lebensgefährlich. Wir wollen nicht, dass an Weihnachten noch Gesundheit, Leib oder Leben gefährdet wird.“

Das Kanalnetz und die Pumpenanlagen sind derzeit in vielen Bereichen der Stadt Erwitte ausgelastet. Auch das Abwasserwerk beobachtet die Lage für die Stadtentwässerung fortlaufend. Alles läuft dabei planmäßig und noch ohne technische Störung im Dauerbetrieb. Die Kanäle führen insgesamt sehr viel Wasser. Das kann in vereinzelten Wohnlagen dazu führen, dass die Rückstauklappen der Gebäude schließen. Das verhindert das Eindringen von Wasser in die Keller, bedeutet jedoch auch, dass Hausabwässer (Bad, Küche) nicht abgeleitet werden können. Diese Situation kann auch in Abhängigkeit weiterer Niederschläge ggf. einige Tage so bestehen bleiben und kann auch nicht durch Maßnahmen verhindert werden. Hausbesitzer werden gebeten, die Situation bei vorhandenen Rückstauklappen zu beobachten und das eigene Vorgehen in Abhängigkeit seiner individuellen baulichen Verhältnisse nach Bedarf anzupassen.