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Dauerregen und Hochwasser betreffen auch Erwitte

Feuerwehr und Stadt Erwitte beobachten laufend die Lage und treffen Maßnahmen

Angesichts der anhaltenden Wetterlage mit Dauerregen und zeitweisen starken Windböen kamen am Donnerstag bereits alle mit einem solchen Ereignis befassten Dienststellen der Stadt Erwitte sowie die Feuerwehr zusammen. Weiterhin fand eine Rückkopplung mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Soest zusammen. Es wurden frühzeitig präventive Maßnahmen beschlossen und auch vor dem Wochenende durchgeführt.

So kam es zu gemeinsamen Abfahrten aller bei Hochwasser kritischen Stellen im Stadtgebiet Erwitte durch Feuerwehr, Baubetriebshof, Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt sowie Abwasserwerk am 21. und 22.12.2023. Auch am 23.12.2023 erfolgt eine neuerliche Kontrollfahrt.

Etwaige Feststellungen wurden durch die zuständigen Fachdienste der Stadt Erwitte aufgenommen, kommuniziert und im Hinblick auf etwaige Maßnahmen (Sperrungen, Ausbaggern oder auch Säuberungsmaßnahme von Fanggittern durch den Baubetriebshof) an die zuständigen Stellen weitergegeben. Bei kritischen privaten Flächen wurden die Eigentümer und etwaige Tierhalter informiert. Dem Baubetriebshof des Kreises Soest wurden Sperrungsmaßnahmen an zwei Kreisstraßen empfohlen.

Es wurden Kontrollfahrten des Abwasserwerks am 21. und 22.12.2023 an allen Regenrückhaltebecken (RRB), Regenüberlaufbecken (RÜB) und Pumpstationen. An bekanntlich kritischen Punkten (z.B. RRB Rübenkamp in Horn) wurde ein erhöhtes Überprüfungsintervall festgelegt.

Es wurde eingeleitet, dass alle abwassertechnischen Anlagen auch während der Feiertage durch den Bereitschaftsdienst überprüft werden. Mit Hilfe des Fernwirksystem werden mehrmals am Tag noch zusätzlich online die Anlagen kontrolliert. Bei hochwassertechnischen Ausfällen und Störungen wird automatisch über das Fernwirksystem ein Alarm an das Notdiensthandy gesendet, sodass umgehend gehandelt werden kann.

Auf einem Fahrzeug des Baubetriebshofs wurde Absperrmaterial bereitstellt. Weiterhin wurden die fertig gepackten Sandsäcke kontrolliert und für einen Einsatz bereitgestellt.

Lage am Samstag, 23.12.2023:

Im Laufe des Samstages, 23.12.2023, verschärfte sich auch im Stadtgebiet Erwitte die Situation, sodass um 20:53 Uhr der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Erwitte alarmiert und einberufen wurde. Die schon parallel arbeitenden Kräfte der Feuerwehr führten in die Lage ein, welche sich wie folgt darstellte:

Überörtliche Amtshilfe: Die Freiwillige Feuerwehr Erwitte und Kräfte der Erwitter Hilfsorganisationen unterstützen die Feuerwehr Lippstadt u.a. ganztägig in Lippstadt-Cappel bei der technischen Hilfeleistung und der Versorgung der Einsatzkräfte.

Gesamtes Stadtgebiet: Es werden Erkundungstrupps zur Überwachung kritischer Gewässer losgeschickt, insbesondere für Einmündungsbereiche von Bachsystemen.

Ortsteil Bad Westernkotten: Es wird für den „Nördlichen Bereich Bad Westernkotten“ eine Warnung mit Handlungsempfehlungen an die Bevölkerung via NINA Warnapp herausgegeben. Die Bruchstraße zwischen Bad Westernkotten und Bökenförde ist geflutet und derzeit nicht befahrbar. Die Straße wurde gesperrt.

Ortsteil Merklinghausen-Wiggeringhausen: Die Straße nach Lohe wurde aufgrund der überfluteten Unterführung gesperrt.

Ortsteil Stirpe: Der Mühlenwall wurde kontrolliert. Es wurden die Dammbalken montiert und die Abflusssysteme der Deiche geschlossen.

Ortsteil Weckinghausen: Die Straße Weckinghauser Weg (K 48) nach Erwitte wurde gesperrt.

Bezüglich der Situation am Regenrückhaltebecken Pöppelsche befindet sich die Stadt Erwitte im ständigen Austausch mit dem WOL und dem Kreis Soest.

Gegen 23:00 Uhr machten sich der Leiter des SAE, Sven Hoppe, sowie Bürgermeister Hendrik Henneböhl ein Bild von der aktuellen Einsatzlage im Feuerwehrgerätehaus Erwitte. Insgesamt sind 98 Kräfte im Einsatz gewesen.

Nach einer neuerlichen Lagebeurteilung durch den SAE wurde der Kräfteansatz zurückgefahren. Es wurde in den Status der Kontrolle und Überwachung der Lage übergegangen.